Pistengeneralsanierung am Flughafen Klagenfurt

Die Kärntner Flughafen Betriebsgesellschaft mbH (KFBG) legte dem Landesrechnungshof (LRH) am 9. Dezember 2015 die Projektunterlagen für das Großvorhaben „Pistengeneralsanierung am Flughafen Klagenfurt“ zur Überprüfung vor.

Die 2.720 m lange Start- und Landebahn wies altersbedingt einen sehr schlechten Bauzustand auf. Das Projekt sah die Sanierung der Piste sowie eine Erneuerung der Entwässerungskanäle vor. Weiters plante die KFBG die Befeuerung zu erneuern. Aufgrund behördlicher Vorgaben war das Bauvorhaben bis Ende 2016 fertigzustellen.

Die vorgelegten Soll-Kosten betrugen 16,9 Mio. EUR. Der LRH stellte bei der Überprüfung der Kosten der Bauarbeiten Mängel fest, die eine Kostenminderung um 610.000,  EUR bewirkten. Aufgrund des fortgeschrittenen Projektstandes hielt der LRH anstelle der von der KFBG ausgewiesenen Kostenreserve von 1,5 Mio. EUR einen Ansatz von 600.000,  EUR für angemessen. Nicht in den Soll-Kosten erfasst waren Kosten für Passagiertransporte zu Ausweichflughäfen in Höhe von 60.000,  EUR. Der LRH ermittelte somit korrigierte Soll-Kosten von 15,4 Mio. EUR.

Die festgestellten Mängel im Leistungsverzeichnis teilte der LRH der KFBG unverzüglich mit. Der beauftragte Planer korrigierte daraufhin das Leistungsverzeichnis noch vor der Ausgabe an die Bieter im Vergabeverfahren für die Bauarbeiten.

Die Pistengeneralsanierung war Teil eines Gesamtinvestitionsprogrammes des Flughafens Klagenfurt in Höhe von 30 Mio. EUR, die Hälfte davon sollten ursprünglich das Land bzw. die Stadt Klagenfurt in Form von Zuschüssen zur Verfügung stellen. Ende Februar 2016 wurde wegen der HETA Problematik das Investitionsprogramm auf das Kernprojekt Pistengeneralsanierung mit 14,2 Mio. EUR reduziert. Für die Pistengeneralsanierung waren insgesamt 8,5 Mio. EUR als Förderungen vorgesehen. Das Land sollte 6,8 Mio. EUR und die Stadt Klagenfurt 1,7 Mio. EUR finanzieren.

Der LRH wies darauf hin, dass für den wirtschaftlichen Fortbestand des Flughafens Klagenfurt neben der Pistengeneralsanierung weitere Investitionsmaßnahmen erforderlich sein werden.

Der LRH wies auf die potenzielle Finanzierungslücke zwischen den korrigierten Soll-Kosten in Höhe von 15,4 Mio. EUR zu der nunmehr beschlossenen Finanzierung in Höhe von 14,2 Mio. EUR hin.

Der Flughafen Klagenfurt legte Anfang März 2016 für die Pistengeneralsanierung eine korrigierte Folge-Kosten-Berechnung vor, die auf Investitionskosten in Höhe von 13,4 Mio. EUR beruhte. Als Folge-Kosten wurden insgesamt rd. 156.000,  EUR ermittelt. Der LRH konnte weder die neu berechneten Investitionskosten noch die korrigierte Folge-Kosten-Berechnung mangels Detailinformationen nachvollziehen.

 
Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden: Pistengeneralsanierung am Flughafen Klagenfurt

 

 

 

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