Bildungszentrum Landwirtschaftliche Fachschule Litzlhof - Zubau

Die Landesimmobiliengesellschaft Kärnten GmbH (LIG) legte dem Landesrechnungshof (LRH) am 14. Oktober 2016 die Unterlagen für das Großvorhaben „Landwirtschaftliche Fachschule Litzlhof Bildungszentrum für Agrar- und Haushaltsmanagement“ zur Überprüfung vor.

Im Bezirk Spittal gab es zwei landwirtschaftliche Fachschulen (LFS) an den Standorten Litzlhof und Drauhofen. Das Gebäude der LFS Drauhofen war veraltet. Für eine Renovierung der LFS Drauhofen setzte die LIG rd. 8,9 Mio. EUR an. Sie empfahl anstelle der Renovierung, die beiden Schulen durch einen Zubau am Standort Litzlhof zusammenzulegen, wofür sie von Kosten i.H.v. 5,6 Mio. EUR ausging. Die Landesregierung befürwortete die Standortzusammenlegung und beauftragte die LIG mit der Planung eines Zubaues am Litzlhof. Sie beabsichtigte, nach der Umsetzung dieses Projekts die LIG mit der Verwertung der Liegenschaft der LFS Drauhofen zu beauftragen. Der LRH kritisierte, dass die Landesregierung vor der Projektentscheidung keine Variante geprüft hatte, die Schülerinnen der LFS Drauhofen auf bestehende Schulstandorte mit demselben Schwerpunkt in Kärnten aufzuteilen.

Die Kärntner Schulbauvorschriften enthielten gesetzliche Verweise auf die Bestimmungen der Kärntner Bauordnung und der Kärntner Bauvorschriften. Im Jahre 2012 wurden die entsprechenden Abschnitte aufgehoben, womit diese Verweise ins Leere gingen.

Obwohl Schulbauten barrierefrei auszuführen waren, plante die LIG für die im ersten Obergeschoß gelegenen Schulräume kein behindertengerechtes WC ein.

Im Schulbereich und im Internatsbereich waren 1,40 m breite Gänge geplant. Die Kärntner Bauvorschriften schrieben bis 2012 eine Gangbreite von mindestens 1,80 m vor. Der LRH empfahl der LIG, die geplante Gangbreite von 1,40 m zu überdenken und unter Berücksichtigung eines Entfluchtungskonzeptes größere Gangbreiten vorzusehen. Der LRH bemängelte auch, dass im Bereich der Klassenräume im 1. Obergeschoß keine Pausenräumen vorgesehen waren.

Die LIG legte für das Großvorhaben 5,6 Mio. EUR an Soll-Kosten vor. Die Überprüfung der Kosten ergab eine Summe i.H.v. rd. 5,9 Mio. EUR. Die Erhöhung war auf Rechenungenauigkeiten in einzelnen Leistungsverzeichnissen, die Berücksichtigung seitens der LIG lediglich optional angeführten Maßnahmen und die Erhöhung der Kostenreserve zurückzuführen. Weiters schätzte der LRH die Kosten einer Vergrößerung der Gangbreiten auf das bis 2012 geregelte Mindestmaß von 1,80 m ab und rechnete es in der korrigierten Summe der Soll-Kosten ein.

Die optionalen Leistungen umfassten Maßnahmen für die technische Gebäudeausstattung, über deren Umsetzung die LIG erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden wollte. Der LRH hielt nahezu alle Maßnahmen im Zusammenhang mit dem geplanten Niedrigenergiestandard für sinnvoll und empfahl deren Umsetzung. Die zusätzlichen Kosten betrugen rd. 78.000,  EUR.

Die Folge-Kosten-Berechnung bei Realisierung des Projektes ergab für das Jahr der Inbetriebnahme jährliche Minderkosten in Höhe von 183.834,  EUR. Der LRH wies darauf hin, dass ein Teil der Kostenminderung auf die Reduktion des Personalstandes zurückzuführen war. Der Abbau einer Lehrkraft war nach Ansicht des LRH nicht auf die Standortkonzentration zurückzuführen, sondern darauf, dass künftig im ersten Jahrgang der Fachrichtung Betriebs- und Haushaltsmanagement nur mehr eine Klasse geführt werden soll.

Der LRH wies darauf hin, dass bei einer Nicht-Verwertung der Liegenschaft Drauhofen bis Ende 2018 jährliche Mietkosten i.H.v. rd. 300.000,  EUR weiterhin anfallen. Anstelle der angestrebten Kostenminderung i.H.v. rd. 184.000,  EUR ergäben sich sodann jährliche Mehrkosten i.H.v. rd. 116.000,  EUR. Der LRH empfahl, die Liegenschaft Drauhofen bestmöglich zu verwerten.

 
Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden: Bildungszentrum Landwirtschaftliche Fachschule Litzlhof – Zubau

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