Sportförderung

Die Regierungsprogramme und die Landesvoranschläge sahen im Überprüfungszeitraum 2010 bis 2015 Zielsetzungen und Schwerpunkte für den Sport vor. Das Land Kärnten arbeitete seit Dezember 2015 an der „Sportstrategie Kärnten 2025“. Die Fertigstellung war im Herbst 2017 vorgesehen.

Die Förderrichtlinien und Förderanträge überarbeitete das Land Kärnten bereits während der Überprüfung, wobei es wesentliche Kritikpunkte und Empfehlungen des LRH berücksichtigte. Eine standardisierte Evaluierung der Fördermaßnahmen und der Sportförderrichtlinien war nicht vorgesehen. Ebenso fehlte ein jährlicher Bericht über die Fördertätigkeit im Bereich des Sports. Im Sinne der Wirkungsorientierung wären Ziele, Indikatoren und Messgrößen festzulegen, anhand derer die Wirkung und der Zielerreichungsgrad der Förderungen in laufenden Evaluierungen festgestellt werden kann. Dies würde zu einem effizienten Einsatz der Fördermittel führen. Ein jährlicher Bericht über die Sportförderaktivitäten würde die Transparenz erhöhen.

Die Administration der Sportförderung oblag der Unterabteilung Sportkoordination, deren Standort im Sportpark Klagenfurt knapp vier Kilometer von der Landesregierung entfernt war. Die Unterabteilung Sportkoordination verfügte über kein durchgängiges elektronisches Aktenverwaltungssystem. Das führte dazu, dass jeder Förderakt während des gesamten Förderprozesses mindestens 16 Kilometer transportiert werden musste.

Der Prozessablauf für die Sportförderungen durchlief zumindest 29 Stationen. Jede Förderung musste unabhängig von der Größenordnung den gleichen Förderprozess durchlaufen und vom politischen Referenten genehmigt werden. Vor allem bei kleineren Förderbeträgen stand der damit verbundene Verwaltungsaufwand in einem Missverhältnis zum Förderbetrag. Die Vereinfachung des Förderprozesses sowie die durchgängige elektronische Aktenführung wären Verbesserungen im Sinne einer modernen Verwaltung.

Der Förderprozess sah Kontrollen der Förderabrechnungen vor. Eine Dokumentation der Abrechnungsprüfung, wie beispielsweise die Erstellung einer Belegübersicht oder die elektronische Archivierung der geprüften Belege, war nicht vorgesehen. Konkrete Regelungen zur Funktionstrennung zwischen Beratung und Bearbeitung des Förderantrags zur Fördergenehmigung sowie Prüf- und Kontrolltätigkeiten fehlten. Darüber hinaus verfügte die Unterabteilung Sportkoordination über keine schriftlichen Befangenheitsregeln und führte keine Prüfung der Förderungen auf Konformität mit dem EU-Beihilfenrecht durch.

Ab dem Jahr 2015 verlagerte das Land Kärnten einen Teil der Sportförderung auf die drei Dachverbände. Diese erhielten jeweils einen Gesamtbetrag für Breiten- und Gesundheitssport sowie Sportstättenbau zur weiteren Verteilung an die ihrem Dachverband angehörenden Sportvereine. Die drei Dachverbände wickelten im Jahr 2015 insgesamt 470 Förderanträge ab, wodurch die Unterabteilung Sportkoordination entlastet war. Förderungen desselben Fördergegenstandes durch das Land Kärnten und den Dachverband waren nicht ausgeschlossen. Der gesetzlich festgelegte Förderanteil im Sportstättenbau von 25% der Gesamtkosten konnte überschritten werden, wenn die Dachverbände Förderungen aus Landesmitteln zusätzlich zu einer Landesförderung gewährten.


Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden: Sportförderung

 

 

 

 

 

 

 

 

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