Landesrechnungshof: Brandschutzprojekt verbessert Sicherheit im LKH Villach
veröffentlicht am 15. April 2020
Einleitung
Der Kärntner Landesrechnungshof hat bereits im Jahr 2018 den Ausbau des LKH Villach geprüft. Für die Brandschutzmaßnahmen plante die KABEG (Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft) ein eigenes Projekt, um auch die anderen beiden Hauptgebäude des LKH miteinzubeziehen. Dieses Brandschutzprojekt hat der Landesrechnungshof nun überprüft.Pressemitteilung
Den Ausbau des LKH Villach um 71,596 Millionen Euro (valorisiert auf Kostenbasis September 2019) hatte der Landesrechnungshof im Herbst 2018 als Großvorhaben zu überprüfen. Im Februar legte die KABEG dem Landesrechnungshof nun das Brandschutzprojekt als Projektphase 2 zur Überprüfung vor.
Mehr Sicherheit
Die KABEG bezog in das Brandschutzprojekt neben dem Ausbau auch die beiden weiteren Hauptgebäude des LKH Villach mit ein, um den Brandschutz im Krankenhaus generell zu verbessern. Ein Brandschutzplaner hatte für die drei Hauptgebäude rund 190 Mängel offengelegt. Die Gebäude waren zwischen 23 und 36 Jahre alt und die Brandschutzvorkehrungen somit veraltet.
„Das Brandschutzprojekt leistet einen Beitrag, um das LKH Villach für die Patientinnen und Patienten, das Personal und auch die Besucherinnen und Besucher wesentlich sicherer zu machen“, sagt Landesrechnungshofdirektor Günter Bauer.
Die KABEG plant in den Stiegenhäusern der Hauptgebäude Druckbelüftungsanlagen. Dadurch bleiben die Stiegenhäuser im Brandfall rauchfrei und die Fluchtwege werden sicherer. Jedes Hauptgebäude wird mit einem Feuerwehraufzug ausgestattet, den man auch im Brandfall benutzen kann. Beim Stiegenhaus Ost des Hauses C will die KABEG einen Liftturm bauen, um den erforderlichen Feuerwehraufzug unterzubringen. Der Lifttum soll in jedem Geschoß über Brücken an das bestehende Gebäude angeschlossen werden. Die KABEG plant in den Hauptgebäuden auch weitere Brand- und Rauchabschnitte.
„Die KABEG plant technische Anlagen und Einbauten objektübergreifend zu standardisieren. Dadurch ergeben sich Vorteile bei Wartung und Instandhaltung“, sagt Direktor Bauer.
Evakuierungsaufzug umsetzen
Der Landesrechnungshof kritisiert, dass die KABEG nicht plant, den Bettenlift der Aufzugsgruppe Ost im Haus B zu einem Evakuierungsaufzug umzurüsten, obwohl das ein wesentlicher Punkt des Brandschutzkonzepts ist. Diese Aufzugsgruppe müsste ohnehin bald erneuert werden, denn sie ist 36 Jahre alt. Der Landesrechnungshof empfiehlt die Maßnahmen zur Erneuerung sofort festzulegen, um unnötigen zusätzlichen Aufwand und Kosten zu vermeiden.
Kosten
Für das Brandschutzprojekt reichte die KABEG Kosten von 8,95 Millionen Euro ein. Die Überprüfung des Landesrechnungshofs ergab eine Reduktion um 92.640 Euro, vor allem aufgrund von zu hoch angesetzten Preisen. Im Brandschutzprojekt stellte die KABEG nur die Kosten dieser Projektphase 2 dar und nicht die Kosten des gesamten Bauvorhabens, zu dem die Brandschutzmaßnahmen zählten. Der Landesrechnungshof empfiehlt bei allen Teilen eines Großvorhabens mit mehreren Phasen eine Gesamtzusammenstellung der Kosten vorzulegen. Der Landesrechnungshof errechnete für das gesamte Bauvorhaben Kosten von 80,357 Millionen Euro.
Die ersten Projektunterlagen, die der Landesrechnungshof am 16. Dezember erhielt, waren unvollständig und teilweise nicht nachvollziehbar, deswegen musste der Landesrechnungshof Teile nachfordern. Dadurch verzögerte sich der Beginn der Prüfung, die bei Großvorhaben innerhalb von drei Monaten abgeschlossen sein muss, auf 18. Februar.
„Die geprüften Stellen sollten bei Prüfunterlagen darauf achten, dass sie vollständig und nachvollziehbar sind. Gerade bei Großvorhaben, die wir innerhalb von drei Monaten zu überprüfen haben, geht es darum, unnötige Verzögerungen zu vermeiden“, sagt Direktor Bauer.
Die KABEG plant die Häuser nacheinander bis zum Jahr 2024 umzubauen. Der laufende Betrieb soll dadurch so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.
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